An diesem nächsten Salon-Abend sind Anselm Bilgri und Dr. Nikolaus Birkl im Gespräch mit dem Gastronom Wiggerl Hagn.

Wiesnwirt seit über 40 Jahren, Gastronom in der Hirschau im Englischen Garten, lange Zeit Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, ein Wirt wie er im Buche steht. Wiggerl Hagn ist ein Münchner Original und dabei ein Mensch, der Gelassenheit und Ruhe ausstrahlt, das, was man in München Gemütlichkeit nennt. Vielleicht kann er sein Rezept für eine gelassene Lebensführung verraten. Darüber wollen Dr. Nikolaus Birkl und Anselm Bilgri mit ihm sprechen.

Wir freuen uns, wenn Sie mit dabei sind. Bitte melden Sie sich hier zur Veranstaltung vor Ort oder zum Livestream an: Anmeldung.

Weitere Programminformationen finden Sie unter www.cafe-luitpold.de/salon-luitpold-kultur-unter-palmen.html

mit Zukunftsperspektive und Zukunftsvision:

Andechser Molkerei Scheitz GmbH

Interview von Gina Ahrend mit
Barbara Scheitz, Geschäftsführung

 

Die ‚Andechser Molkerei Scheitz‘ ist heute vielen Menschen ein Begriff: einerseits für Spitzen-Biomilchprodukte, andererseits für ‚Nachhaltiges Wirtschaften‘. Seit Jahrzehnten haben Sie dafür reichlich öffentliche Anerkennung und Auszeichnungen erhalten. Fühlen Sie sich erfolgreich?

Früher waren wir erster ‚Öko-Pionier‘, heute nennt man uns Marktführer. Damals haben wir uns gegen viele Widerstände durchsetzen müssen, heute bewältigen wir beständig ‚Herausforderungen‘! Immer jedoch haben wir mit unserer Arbeit unserer Mitwelt gedient, das gilt für uns heute und auch für morgen. Das gilt auch für alle Konsumenten unserer Bio-Milchprodukte: durch den Kauf unserer ‚schmackhaften Tätigkeitsnachweise‘ bestätigen sie uns jeden Tag aufs Neue, dass unser Credo ‚Natürliches natürlich belassen! ‘ einfach richtig ist und ihre volle Wertschätzung besitzt!

Wie könnte man Ihr Unternehmen kurz beschreiben?

Vielleicht so: Molkerei-Familienbetrieb seit über 100 Jahren, heute mit 200 Mitarbeitern, mit über 600 Bio-Milchbauern-Partnern in Bayern, mit ca. 23.000 Bio-Milchkühen und 16.000 Bio-Milchziegen, mit Millionen Biomilchprodukten zur Versorgung unserer Mitbürger.

Alles zusammen bedeutet, dass wir seit Jahrzehnten damit konsequent den Schutz unserer Mitwelt und Heimat vorangebracht haben!

Mit welchen Entwicklungen wurde etwas bewegt?

Mein Vater Georg Scheitz hat mit der Verarbeitung von Bio-Milch zu einer Zeit begonnen, wo niemand an eine ‚Bio-Verordnung‘ in Deutschland oder Europa auch nur gedacht hat! Er hatte das klare Bewusstsein für ökologische Rohstoffe, die richtige Verarbeitung – und dazu Verantwortungsbewusstsein gegenüber unserer Natur als auch dem Verbraucher, der zu den hochwertigen Rohstoffen auch ein ‚Genusserlebnis‘ erhalten sollte. Bis aber der Begriff ‚Bio‘ als Qualitätsmerkmal dann Anerkennung fand, brauchte es viel Überzeugungskraft, Verständnis und Geduld – aber auch eigene Rechtschaffenheit und Ausdauer!

Markante Eckdaten?

Beispielsweise, dass heute etwa 50% der in Bayern erzeugten Milch gentechnikfrei sind! Das hat die Andechser Molkerei Scheitz initiiert, als sie 2005 dazu die Grundsatzentscheidung getroffen hat, zusammen mit ihren konventionellen Milchbauern die erste gentechnikfreie Milch zu erzeugen!

Beispiel ‚Bio-Milchmarkt‘: ein heute vom Lebensmittelmarkt, vom Kartellamt und Gerichten anerkannter eigenständiger Marktbereich in Deutschland. Auch diese Erfolgsgeschichte beruht auf einem fünfzehn Jahre währenden Engagement der Andechser Molkerei!

Beispiel ‚Rückverfolgbarkeit der eingesetzten Rohstoffe’ bei Lebensmitteln: der Verbraucher ersieht alles im Internet – mit diesem Info-Angebot hat die Andechser Molkerei Scheitz 2008 als erste ihrer Branche hier eine markant-richtungsweisende Einführung durchgesetzt.

Wer mag, kann sich unter www.andechser-natur.de umfänglich informieren. Auf dem Weg zu nachhaltigem Wirtschaften gab es ja viele Entwicklungsschritte.

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Ein Jahr voller Herausforderungen liegt hinter uns. Monate, wie wir sie alle noch nicht erlebt haben, Angst vor dem unbekannten Virus, Sorge um unsere Nächsten, Veränderungen in unserem Alltag, unserem Berufsleben, unserem Miteinander. Ohne Zweifel eine große, weltweite Krise, die für viele Menschen Verzicht, Einsamkeit, Krankheit und auch Tod bedeutet hat. Aber für die Mehrheit, jedenfalls in Europa, nicht zu vergleichen mit dem, was Menschen in Kriegen und auf der Flucht erleben müssen. Unser Heim ist nicht von Zerstörung bedroht, im Gegenteil, bietet unsere Wohnung, unser Haus uns Rückhalt und Zuflucht. Wir sind der Situation nicht ohnmächtig ausgeliefert. Ohnmächtig gleich ohne Macht. Wir können etwas „machen“, wir sind handlungsfähig, indem wir unser Verhalten der Situation anpassen, Gewohnheiten und eingespielte Abläufe überdenken. Veränderungen sind nicht per se schlecht. Manch eine Veränderung war vielleicht längst überfällig, in der Gesellschaft, in unserem Leben. Auf andere hätten wir wunderbar verzichten können. Neues spielt sich ein, wird alltäglich – oder auch wieder verschwinden. Ein neues Jahr gehen wir meistens mit vielen guten Vorsätzen an, mehr Sport machen, nicht mehr rauchen, nicht so viel Süßes essen … Für 2021 geht es vor allem um Achtsamkeit uns und unseren Mitmenschen gegenüber (ein stark strapazierter Begriff, der deswegen nicht weniger wichtig ist), Gelassenheit in Situationen, die wir nicht selbst beeinflussen können, und um Haltung in einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche, die durch die Pandemie noch an Wucht und Schnelligkeit gewonnen haben.

mit Zukunftsperspektive und Zukunftsvision:

GMUND Büttenpapierfabrik Gmund GmbH & Co. KG

Interview von Gina Ahrend mit
Sabine Huber  |  Communications and Cooperations

 

Würden Sie uns bitte Ihr Unternehmen kurz vorstellen: In welcher Branche sind Sie tätig, wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie, Ihre Unternehmensform? Sind Sie international aufgestellt, bundesweit oder regional tätig? Wer sind primär Ihre Kunden?

Gmund Papier ist im Familienbesitz und wird heute von Florian Kohler in vierter Generation geleitet. Das Unternehmen steht seit 1829 für die ökologische Herstellung einzigartiger Kommunikationsmedien aus Naturpapier. An unserem Entwicklungs- und Produktionsstandort Gmund am Tegernsee arbeiten rund 140 Mitarbeiter. Gmund als Firmensitz ist unsere DNA. Hier leben wir täglich unseren kompromisslosen Qualitäts- und Serviceanspruch, um unsere Kunden erfolgreicher zu machen. Viele tausend Tonnen Spezialpapier verlassen jährlich unser Werk an der Mangfall, um weltweite Konzerne wie BMW, Microsoft oder adidas bei deren Markenauftritten zu unterstützen. Aber nicht nur: Auch mittelständische Unternehmen wissen die Wertigkeit von Papier zu schätzen und setzen es gezielt für Ihre Botschaften ein. Denn über GMUND Papiere kann eine sehr differenzierte Message transportiert werden. Wer es verwendet, bekommt einen Mehrwert geboten und kann sein Produkt erfolgreicher am Markt platzieren. So werden in Gmund Papiere für Großauflagen von Autokatalogen, ökologische Verpackungen für Kosmetikhersteller oder neuartige High-Tech Bio Schutzverpackungen hergestellt.

Viele Markenprofis kommen nur an den Tegernsee, um sich von den Papier- und Farbexperten beraten zu lassen. Wir sind Sparringspartner für unsere Kunden und entwickeln gemeinsam maßgeschneiderte Lösungen für nachhaltige und vor allem individuelle Markenauftritte.

Das Sortiment umfasst rund 100.000 verschiedene Papiervarianten, ca. 75 Prozent der Papiere werden exportiert. Absatzmärkte sind neben Europa vor allem Asien, die USA und der Mittlere Osten.

Neben Papieren werden für den B2C- Bereich einzigartige Lifestyle-Produkte, wie Blöcke, Hefte oder Glückwunschkarten entwickelt und u.a. im eigenen Shop am Firmensitz verkauft.

Wo lief es in der Vergangenheit glänzend und wo mussten Sie in den letzten Jahren neue Wege suchen, um für die Zukunft gerüstet zu sein? Könnten Sie uns Ausgangssituation und Lösungsansätze kurz schildern?

Das Unternehmen gilt im Papiersegment als unangefochtener Marktführer bei Imagepapieren. Um für die Markenkunden noch bessere Produkte und Services zu bieten, investiert Gmund Papier überproportional in Mensch und Maschinenpark.

So wurde in den letzten Jahren viel gebaut und erweitert. Neubauten mit insgesamt über 3280 m² Fläche bieten Platz für neue Hightech-Maschinen, Service- und Logistikabteilungen. Gmund Papier kann sich unter anderem durch die stetigen Erweiterungen ein Lager mit ca. 2000 Tonnen Papier direkt am Werk leisten. Die Basis für eine schnelle Auftragsabwicklung. Denn Geschwindigkeit spielt heute eine größere Rolle denn je. Der Kunde verlangt eine hohe Verfügbarkeit und kurze Lieferzeiten.

An manchen Tagen geht morgens eine Anfrage bei uns ein und bereits am Nachmittag wird die Charge ausgeliefert. Mit einem Mehrschichtbetrieb können wir unsere Kapazität den jeweiligen Bedürfnissen schnell anpassen.

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von Gina Ahrend

Als Wissenschaftlerin ist „Neugier“ sicher für Sie eine Eigenschaft, die Sie auszeichnet?

Neugier ist sicherlich eine vorteilhafte Eigenschaft für jeden Wissenschaftler. Ein gewisses Maß an Neugierde ist vielleicht sogar notwendig, um die Suche nach einem Zugewinn an Wissen anzustoßen. Schließlich steht die Neugier symbolisch für Wissbegierde, also dafür, dass man den Horizont erweitern und den inneren Ursachen der Dinge auf den Grund gehen möchte, um so mehr über die Welt und das, was in ihr vorgeht, in Erfahrung zu bringen. Wissenschaftliche Neugier kann also ein Antriebsmotor dafür sein, die eigene Forschung voranzutreiben. Die Neugier schöpft aus diesem Streben nach mehr Wissen ihren Wert und erhält dadurch ihren tugendhaften Charakter. Es handelt sich hierbei gewissermaßen um ihre positive Seite. Allerdings ist dieses neugierige Streben zunächst einmal nicht kanalisiert, d. h. also unsortiert und ungeordnet. Der Neugier muss daher an einem bestimmten Punkt Einhalt geboten werden. Nur so kann mit der nötigen Gelassenheit und mit Scharfsinn dem eigentlichen wissenschaftlichen Arbeiten nachgegangen werden, und dieses wiederum erfordert weniger einen ungestümen und ungehemmten Wissensdrang als vielmehr eine beständige Fokussierung auf die Sache selbst. Die Neugier ist also ein ambivalenter Begriff und sollte noch einmal genauer differenziert werden, schließlich steckt im Begriff Neu-Gier auch die Gier und diese wiederum hat bekanntlich einen schlechten Ruf.

Im klassischen westlichen Kanon der Philosophie wird der Ursprung jener Suche nach mehr Wissen eher im Staunen bzw. Taumeln (dem thaumazein) verortet. Dass sich dieses Staunen nicht zwangsläufig in einem neugierigen Hinterfragen der Sachen erschöpft, wurde bereits von Martin Heidegger festgestellt.

„Gier auf Neues“ – darin steckt auch das Wort „Gier“, das negativ behaftet ist. Dann schlägt Neugier um in Sensationslust. Sehen Sie das auch so? Ab wann ist Neugier kritisch?

Wie eben schon angedeutet, ist Neugier ein ambivalenter Begriff. So wie auch die wissenschaftliche Neugier in ungehemmter Form nicht zu idealen Ergebnissen führt, so hat auch übermäßige soziale Neugier ihre negative Seite. Diese kommt immer dort zum Vorschein, wo Menschen dazu neigen, zu viel über andere wissen zu wollen. Anstelle von echtem Interesse stehen hier oftmals egoistische Interessen im Vordergrund. Besonders neugierige Menschen sind einerseits vielleicht frustriert mit dem eigenen Leben oder mit Entscheidungen, die sie getroffen haben und meinen doch andererseits, sich in einer erhabenen Position zu befinden, die es ihnen scheinbar ermöglicht, das Verhalten und Handeln des anderen bewerten und beurteilen zu können. Und das in der Regel leider ohne zu beachten, dass dies gegebenenfalls von der neugierig beäugten Person als Eingriff in die eigene Lebenswelt betrachtet wird, ohne also auf die für ein gemeinschaftliches Zusammenleben notwendige Wahrung der Privatsphäre und der Entscheidungsfreiheit zu achten. Diese Schaulust kann schnell zu einer Form der sozialen Überwachung führen, die leider aber eigenen Bewertungskriterien anstelle allgemeingültiger Gebote der Höflichkeit und Distanzwahrung folgt. Wenn dann auch noch das, was man so meint beobachtet zu haben, an die Öffentlichkeit getragen wird, dann sind wir schnell bei Spekulationen und manchmal sogar bei übler Nachrede und im schlimmsten Fall bei Stalking oder Mobbing. Dies kann schlimme Folgen für die betroffenen Personen haben. Es gibt aber einen Unterschied zwischen Glauben, Meinen und Wissen – gerade im Falle der Neugier ist es sehr wichtig diese Unterscheidungskriterien anzulegen.

In unserer heutigen Welt, die immer mehr auf Transparenz ausgelegt ist – von der Architektur bis hin zu den sozialen Medien – spielt die Neugier in Form der Schaulust eine unglaublich große Rolle. Daher ist es umso wichtiger, den Begriff der Neugier im Kontext der gegenwärtigen Kulturpraktiken und der Dynamiken des ökonomischen Systems zu lesen.

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