von Gina Ahrend

Gibt es einen Sinn des Lebens? Oder ist das Leben schlicht ein Zufallsprodukt? Und wenn es ihn gibt, was ist dann der Sinn des Lebens? Religionen, Philosophie und auch politische Ideologien suchen seit Jahrhunderten nach Antworten. Diese fallen, je nach Standpunkt, unterschiedlich aus. Die einen glauben an einen Gott oder eine höhere Ordnung, nach dem oder der sich das Leben ausrichtet, die anderen sehen das Leben als Selbstzweck und glauben an die pure Lebensfreude.

Tja, das ist ja eine der zentralen Fragen der Philosophie, oder überhaupt die zentrale Frage an das Leben, ob es einen Sinn für uns bereithält. Ich habe mir die Frage, seit ich in Japan war, nicht mehr gestellt. Irgendwann ist sie mir abhanden gekommen.

Und wenn ich mich frage, warum, dann geht es mir darum, das Leben zu leben, das Leben zu erfahren. Ich habe immer schon gerne Erkenntnisse gesammelt. Aber ob daran ein Sinn liegt? Das ist für mich persönlich eigentlich gar nicht wichtig.

Es gibt einen Satz, den ich dem Zen-Buddhismus entnommen habe, den man in der Teezeremonie findet und auch in der deutschen Alltagsweisheit: Es ist wie es ist. Sagt der Zen. Nehmen wir es so, wie es ist. Sagte etwas freier formuliert der berühmte Teemeister Rikyu. Et iss wie et iss. Sagt man z.B. in Köln.

An diesen Sätzen übe ich mich.

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Die Rekordbeteiligung von 1,75 Mio Wahlberechtigten am Volksbegehren Artenschutz Rettet die Bienen führt zu Änderungen im bayerischen Naturschutzgesetz. Das bedeutet eine deutliche Reduzierung von Pestiziden und den Ausbau der ökologischen Landwirtschaft. Und mehr Blühwiesen! Wie wundervoll solche Wiesen anzuschauen sind und welche Fülle an Leben sie beherbergen, das zeigt anschaulich der Dokumentarfilm „Die Wiese – Ein Paradies nebenan“ des Regisseurs Jan Haft. Es tummeln sich die verschiedensten Arten von Vögeln, Insekten und anderen Tieren zwischen den Gräsern, Blumen und Kräutern. Eine faszinierende Welt, die dazu einlädt, mit allen Sinnen die Düfte und Farben, das Rascheln, Zirpen und Flattern wahrzunehmen, und den Zauber des Augenblicks zu genießen. Solch ein Zuhause für Tiere und Pflanzen können wir auch im Kleinen schaffen, indem wir keinen getrimmten Rasen pflegen oder in den Blumenkästen Zierpflanzen wie Geranien pflanzen, die den Bienen keinen Nektar oder Pollen bieten. Dagegen fühlen sich Bienen und Schmetterlinge von Margeriten, Sonnenblumen, Kapuzinerkresse, Glockenblume, Wandelröschen, Löwenmäulchen oder von duftendem Lavendel wie magisch angezogen. Bücher und Webseiten informieren näher!

Trailer „Die Wiese“ https://www.youtube.com/watch?v=NIrv9_srlEg

Für die christliche Kirche ist Ostern das zentrale Hochfest im Jahr: Die Auferstehung Jesu von den Toten wird gefeiert. Jesu Sieg über den Tod gibt den Christen in aller Welt die Hoffnung auf ein ewiges Leben. Ostern, ein Fest der Hoffnung, der Freude – und ein Grund zum Innehalten.

Auch für alle Zweifelnden, Andersgläubigen oder Ungläubigen können die Osterfeiertage zum Innehalten anregen. Zur Muße im besten Sinne. Nutzen wir die Tage, uns zu besinnen, was das Leben für uns bedeutet. Was uns wirklich wichtig ist. Fragen wir uns, wo wir stehen im Leben, was aus unseren Träumen geworden ist, woran wir (noch oder wieder) glauben. Überlegen wir, welche Menschen uns wichtig sind – und zeigen es ihnen, durch einen spontanen Anruf, eine Nachricht, eine Geste. Erfreuen wir uns am Aufblühen der Natur und nehmen unsere Umgebung mit allen Sinnen wahr.

„Es gilt, wieder zur Muße zu finden, denn diese hat die abendländische Kultur genauso geprägt, wie das hohe Arbeitsethos, dem der moderne Mensch verpflichtet ist. Die rechte Balance zwischen beidem zu wahren, ist eine wichtige Aufgabe heutiger Lebensgestaltung, um den Alltag positiv zu bewältigen und dem Stress mit heiterer Gelassenheit zu begegnen.“

Frohe Ostern!

von Nikolaus Birkl

Oft geben wir uns dem ewigen Strom der Zeit gelassen hin: panta rhei (griech.: „Alles fließt“, Heraklit, um 500 v. Chr.), alles fließt und wir fließen mit ohne Einsatz von Beibehaltungsenergien, von Festhalten oder von Nicht-Loslassen-Können.

Um einem Missverständnis vorzubeugen: dieses „Alles-fließen-lassen“ ist kein Fatalismus, sondern hat etwas mit der Akzeptanz dessen zu tun, was das Leben mit sich bringt. Wir leben die Veränderung, die wir nicht ändern oder aufhalten können. „Was ist, darf sein“ ist die kürzeste mir bekannte Definition von Glück.

Oft aber wollen wir der Veränderung eine Richtung geben, sie – wenn sie schon stattfindet – lenken und nutzen, ihr einen zusätzlichen Sinn geben und unseren Interessen dienlich machen. Das ist völlig legitim, ja es ist unsere Aufgabe, Veränderung zu gestalten, wo wir sie gestalten können.

– Und dann brechen wir auf, wir stehen auf, haben eine Vorstellung davon, was wir wollen und setzen uns ans Steuer unseres Lebens. Unser Aufbruch gibt der Veränderung eine von uns gewollte Richtung und schon geht es ab in die Zukunft und damit zwingend in die Unsicherheit … .

Wer sich nicht sicher im Umgang mit dieser Unsicherheit fühlt, wird sich auch mit dem Aufbrechen schwertun. Wir können ja nur vermuten, wie es kommen wird, und dabei darauf vertrauen, dass wir mit dieser Entwicklung dann gut werden umgehen können. So vertraut der, der aufbricht, vielleicht auch auf andere, auf jeden Fall aber auf sich selbst und seine Ressourcen. Fehlt ihm dieses Selbstvertrauen, wird er nur schwerlich aufbrechen.

Damit steht jeder Aufbruch in innerem Zusammenhang mit unserem Selbstver- trauen, also damit, wieviel Zugang wir zu uns selbst haben. Momente der Stille, Zeiten der Muße und des Innehaltens öffnen diesen Zugang.

Lassen sie uns aufbrechen! Wohin? Laotse sagte hierzu um 600 v. Chr.:

„Eine Reise von tausend Meilen beginnt unter deinem Fuß.“

Lesen Sie hier den gesamten Impuls zum Thema „Aufbruch“.

Ein Impuls von Gina Ahrend

2018 war ein turbulentes Jahr. Mit Sorge beobachten wir, dass sich der Ton des Miteinanders ändert. Und nicht zum Guten, wie wir finden. „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ – der Wert der Political Correctness, der den Umgang miteinander lange Zeit bestimmt hat, scheint zu schwinden. Dabei verstehen wir politisch korrekte Sprache nicht als Totschlagargument, um wiederum Andersdenkende, die nicht in unser Weltbild passen, sofort auszugrenzen und Zensur auszuüben. Sondern: „In der ursprünglichen Bedeutung bezeichnet der englische Begriff politically correct die Zustimmung zur Idee, dass Ausdrücke und Handlungen vermieden werden sollten, die Gruppen von Menschen kränken oder beleidigen können, etwa bezogen auf Geschlecht oder Hautfarbe.“ (Wikipedia)

Durch häufige sprachliche „Ausrutscher“ schleicht sich eine wachsende Akzeptanz nationalistischer, fremdenfeindlicher, rassistischer, antisemitischer oder islamfeindlicher Rhetorik ein. Tabus werden gebrochen, erstmal nur probeweise, mal schauen, wie die Reaktion ist … Rote Linien werden peu à peu verschoben und eine Sprache wird „normal“, die vor Kurzem noch undenkbar war. Und das nicht nur in den sozialen Medien, wo manch einer anonym sprachlich ausholt, sondern auch im direkten menschlichen Umgang. „Am Anfang war das Wort“ – dem folgen Taten.

Lassen Sie uns achtsam sein, dass unser Miteinander weiterhin geprägt ist von Respekt füreinander, von Achtung vor dem anderen.