Das Wort „Agil“ kommt aus dem Lateinischen (lat. agilis) und bedeutet „flink und beweglich“. Unter agiler Organisation versteht man die Fähigkeit des Managements, nicht nur flexibel – also reaktiv –, sondern auch proaktiv und initiativ zu handeln, um sich immer schneller verändernden Märkten frühzeitig, vorausschauend anzupassen und dabei einen Schritt voraus zu sein. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeutet agiles Arbeiten, selbständiger, kundenorientierter und über Abteilungsgrenzen hinweg zusammenzuarbeiten, flache Hierarchien und mehr Verantwortung. Entscheidungen treffen nicht nur die Vorgesetzten, sondern auch die Teams. Das klingt erstmal gut. Aber für diese Art der Arbeit braucht es eine andere Geisteshaltung, eine Unternehmenskultur, die oft so nicht geübt ist. Das Aufbrechen teils bewährter, teils nicht mehr zeitgemäßer Strukturen ist kein leichter Prozess, weder für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mehr Initiative entwickeln und für ihr Tun Verantwortung übernehmen müssen als auch für Führungskräfte, die Positionen und Befugnisse aufgeben sollen. Reibungsverluste durch gruppendynamische Prozesse können gravierend sein und das Fehlen von Hierarchien ist für manche beängstigend und kann zur Belastung werden. Ob das nun aber Agilität heißt oder Eigenverantwortung – unsere zukünftige Arbeitswelt wird selbständig handelnde, innovativ denkende Menschen mehr denn je brauchen.

Nach einer aufgeladenen Debatte gab die Präsidentin der Volkskammer, Sabine Bergmann-Pohl, um 02:30 Uhr am 23. August 1990 als Abstimmungsergebnis bekannt: „Die Volkskammer erklärt den Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland gemäß Artikel 23 des Grundgesetzes mit der Wirkung vom 3. Oktober 1990.“ Und es begann zusammenzuwachsen, was einmal zusammen gehörte – aber in den Jahren dazwischen war viel passiert. Die Menschen hatten in zwei sehr unterschiedlichen Systemen gelebt und insbesondere die Ostdeutschen hatten nach der ersten Euphorie einen immensen Kulturschock und eine Infragestellung ihres bisherigen Lebens zu verkraften. Es wurden „blühende Landschaften“ versprochen, was nicht immer und überall und schon gar nicht sofort klappte. Aus verschiedenen Blickwinkeln kommt man zu unterschiedlichen Beurteilungen. Daran wollen wir uns hier nicht beteiligen. Aber, was wir ausdrücken wollen: Wir sind dankbar, dass wir in einer Demokratie leben, wo Meinungs-, Presse-, Religions- und Reisefreiheit und die Gewaltenteilung selbstverständlich sind – und hoffentlich auch bleiben. Und es gibt in unserem schönen Land in Ost und West, in Nord und Süd engagierte Menschen, die dafür einstehen. Ein gewichtiger Grund, zusammen zu feiern!

An diesem nächsten Salon-Abend sind Anselm Bilgri und Dr. Nikolaus Birkl im Gespräch mit dem berühmten Fernsehstar.

Der gebürtige Schongauer ist einer der gefragtesten Kabarettisten der deutschen Kleinkunstszene. Schon als Kind glänzte er als Imitator seiner Verwandten und Lehrer. In seiner Paraderolle als Franz Josef Strauß kann er sich über alles und jedes richtig aufregen. Besonders über das derzeitige Führungspersonal der bayrischen und Berliner Politik, aber auch andere Personen des öffentlichen Lebens entgehen nicht seinem satirischen Blick.

Wie steht es da mit seiner Gelassenheit? Ist Kabarett vielleicht eine Möglichkeit, den Ärger des Alltags zu verarbeiten und zu mehr Gelassenheit zu kommen?

Wir freuen uns, wenn Sie mit dabei sind. Um Anmeldung bitten wir unter info@cafe-luitpold.de. Weitere Programminformationen finden Sie unter www.cafe-luitpold.de/salon-luitpold-kultur-unter-palmen.html

Foto: Katharina Ziedek

von Jorge Luis Borges

Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte,
im nächsten Leben würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen.

Ich würde nicht so perfekt sein wollen, ich würde mich mehr entspannen.

Ich wäre ein bisschen verrückter, als ich es gewesen bin, ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen.
Ich würde nicht so gesund leben.
Ich würde mehr riskieren,

würde mehr reisen, Sonnenuntergänge betrachten, mehr Bergsteigen,
mehr in Flüssen schwimmen.

Ich war einer dieser klugen Menschen,
die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten;
freilich hatte ich auch Momente der Freude,
aber wenn ich noch einmal anfangen könnte,
würde ich versuchen, nur mehr gute Augenblicke zu haben.

Falls du es noch nicht weißt,
aus diesen besteht nämlich das Leben; nur aus Augenblicken;
vergiss nicht den jetzigen.

Wenn ich noch einmal leben könnte, würde ich von Frühlingsbeginn an
bis in den Spätherbst hinein barfuß gehen. Und ich würde mehr mit Kindern spielen, wenn ich das Leben noch vor mir hätte.

Aber sehen Sie … ich bin 85 Jahre alt Und weiß, dass ich bald sterben werde.

Innehalten

Die Akademie der Muße hat soeben wieder „Tage des Innehaltens“ in Südtirol abgeschlossen. Der diesjährige Retreat war der zehnte derartige Rückzugszeitraum, den die Akademie der Muße in den Anfangstagen des September anbietet. Daneben gibt es noch Tage des Innehaltens im Mai und Juli eines jeden Jahres und in 2019 sogar auch in der letzten Septemberwoche. Diese Retreats erfreuen sich großer Beliebtheit, – warum eigentlich? Und was bedeutet „Innehalten“?

Das Wort Innehalten ist verwandt mit „Einhalten“ und meint Sich-Einhalt-Gebieten, Unterbrechen, Aussetzen, Verweilen, Haltmachen, Stehenbleiben; das Deutsche Nachrichten-Korpus Wortschatz nennt 24 Synonyme. Es geht um die Unterbrechung des ununterbrochenen Voranstrebens im täglichen Leben, in dem die Zukunft uns wie ein unwiderstehlicher Magnet immer weiterzieht. Was wir jetzt tun, tun wir oft, um damit dann etwas Bestimmtes zu erreichen. Der energetische Motor in uns will zu einem in der Zukunft liegenden Ziel, das bei seinem Erreichen durch ein neues Ziel abgelöst wird. So ist immer die Zukunft (obwohl sie immer unsicher ist und bleibt) das handlungsleitende Motiv: Voran! Voran! Und wir denken immer darüber nach, wie wir optimal dorthin kommen.

Innehalten unterbricht diesen Mechanismus, es hält ihn an und wendet sich der Gegenwart zu. Wir bleiben stehen, treten einen Schritt zurück, atmen durch und können damit „das, was ist“ wahrnehmen. Wir wissen aus der Neurobiologie, dass wir Menschen nicht wahrnehmen und denken gleichzeitig können. Wir nehmen entweder mit unseren Sinnen wahr oder wir denken und reflektieren über das Wahrgenommene, beides gleichzeitig ist uns nicht möglich. „Denken frisst Wahrnehmung“.

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