2009 wurde von der UNO der 20. Februar als Welttag der Sozialen Gerechtigkeit ausgerufen. Fortan soll dieser Tag nochmal insbesondere an das gesellschaftliche Leitbild der sozialen Gerechtigkeit erinnern. Der Sozialstaatgedanke wurde in der Bundesrepublik Deutschland bereits im Grundgesetz verankert. Artikel 20 Absatz 1:„Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.“ Jedem Bürger soll eine existenzsichernde Teilhabe an materiellen, geistigen, kulturellen Gütern der Gemeinschaft garantiert werden, so dass er ein Leben in Würde und Selbstbestimmung führen kann.

Letztes Jahr zeigte eine Umfrage, dass 70 Prozent der Deutschen finden, dass es ungerecht zugeht im Land. Allerdings gehen die Vorstellungen darüber, was soziale Gerechtigkeit ist oder was als ungerecht wahrgenommen wird, weit auseinander. Die einen meinen, dass die Geflüchteten mehr Zuwendungen des Sozialstaates bekommen als bedürftige Bürger, andere sprechen über Generationenungerechtigkeit oder überzogene Manager-Bonusse in Wirtschaft und Industrie. Für ein friedvolles Zusammenleben in der Gesellschaft ist es aber unerlässlich, dass die Menschen das Sozialgefüge als gerecht wahrnehmen. Es ist eine der wichtigsten Aufgaben der Politik dafür zu sorgen, dass die Menschen allen Grund für eine positive Betrachtung der sozialen Verhältnisse im Lande haben, meinen wir. Natürlich kann auch jeder Einzelne an seinem Platz zum sozialen Zusammenhalt beitragen.

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Sehnen Sie sich nach ein paar Tagen des Innehaltens? Es gibt noch freie Plätze in unserem Seminar vom 8. bis zum 12. Mai 2019 in Schloss Rechtenthal in Südtirol. Der nächste Termin ist dann vom 4. bis 8. September 2019.

Bei den Tagen des Innehaltens geht es um das Wiederentdecken und Sammeln der inneren Kräfte und Ressourcen, welche durch unseren Alltag und Stress oft so überdeckt sind, dass wir “nur noch funktionieren”. Durch Innehalten, Spüren und Wahrnehmen wird die Kraft des jeweiligen Augenblicks erschlossen und es werden Ressourcen freigesetzt, die uns die beruflichen Herausforderungen aus einer inneren Perspektive betrachten lassen.

Die Referenten Anselm Bilgri und Dr. Nikolaus Birkl spannen den weiten Bogen von Meditation und Spiritualität über ein benediktinisches Führungsverständnis bis zu systemischem Denken und Führen. Die Teilnehmer erleben Wissensvermittlung, Einübung, Reflexion und regelmäßige Zeiten der Meditation und Stille. Meditationserfahrung ist keine Voraussetzung; das Seminar enthält eine Einführung. Wanderungen sowie Frei- bzw. Feierzeiten dienen der Integration und Entspannung.

Lesen Sie hier den persönlichen Erfahrungsbericht von Gina Ahrend.

Weitere Informationen und das Anmeldeformular finden Sie hier

In diesem Retreat, den wir zusammen mit dem Weingut Manincor in Kaltern, Südtirol, veranstalten (www.manincor.com), erwartet Sie nicht nur Philosophisches und Theologisches, sondern die Begegnung mit einer ganz besonderen Winzerin, Sophie Gräfin Goëss-Enzenberg, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Michael seit 1991 dieses bekannte und rein biologisch arbeitende Weingut besitzt und führt. Mit Gräfin Sophie, Anselm Bilgri und Dr. Nikolaus Birkl werden Sie drei Tage lang der Natur in den Weinbergen begegnen, aber auch Zeiten der Stille, Meditationen und wertvolle Impulse für eine gelassene Lebensführung erleben. Nicht zuletzt erwarten Sie auch Ausflüge an besondere Orte des Weines sowie der Genuss der Produkte des Weingutes und der Südtiroler Umgebung.

Wir freuen uns, das folgende Portale auf dieses Seminar hinweisen:

VINUM – Europas Weinmagazin
falstaff
MEININGER ONLINE
bonvinitas

Und wir freuen uns sehr, dass auch DER FEINSCHMECKER in seiner April-Ausgabe voraussichtlich unser Seminar ankündigen wird.

Weitere Informationen und das Anmeldeformular finden Sie hier.

von Gina Ahrend

Was halten Sie von dem Spruch „Jeder ist seines Glückes Schmied“?

Dieser gängige Spruch ist mir zu oberflächlich. Richtig ist, dass wir nur mit eigener Anstrengung unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten entwickeln können. Und so unseren Platz im Leben und danach Zufriedenheit erreichen. Falsch ist aber die Suggestion, dass es nur an uns selbst liegt, ob wir „glücklich“ sind oder werden. Das fördert eine falsche Ich-Fixierung und wird rasch zynisch gegenüber Menschen, deren Kräfte begrenzt sind oder die der Hilfe bedürfen.

Einseitige Leistungsorientierung und einseitige Anspruchshaltung sind gleichermaßen falsch und schädlich. Für den Einzelnen und für die Gesellschaft. Unsere heutige Art zu leben ist nicht zukunftsfähig!

Das Projekt „Solidarische Leistungsgesellschaft“ ist die Alternative zur Ellenbogengesellschaft und einer Lebensweise, die nur von Erwartungen und Ansprüchen gegenüber anderen Menschen, der Gesellschaft, dem Staat oder der Politik geprägt ist. Die christliche Soziallehre entfaltet ihr christliches Menschenbild im konkreten Leben. Zum Respekt vor der Würde des Menschen und dem Anspruch auf Selbstbestimmung gehört der Vorrang der Eigenverantwortung vor dem Anspruch auf Solidarität und Hilfe. Das ist auch eine der zentralen Fragestellungen bei Projekten wie bedingungsloses Grundeinkommen. Unsere gegenwärtige Situation wird sehr stark von zwei Extremen beherrscht: einseitige Orientierung auf die Leistung und die Mechanismen des Marktes einerseits. Und als Gegenpol eine immer mehr verbreitete Anspruchshaltung, Konsumenten-Mentalität gegenüber „der Gesellschaft“ und dem Staat. Nach unserem Menschenbild sind Eigenverantwortung und damit die Anstrengung des Einzelnen das Leitbild der „Sozialen Marktwirtschaft“. Das bedeutet eine geradezu geniale Verbindung von den Stärken des Wettbewerbs und des Marktes und dem gleichrangigen Maßstab des sozialen Ausgleichs und der Solidarität. Ein Kernelement ist dabei die Chancengerechtigkeit. (Zur Lebenswirklichkeit gehört auch die Unterscheidung zwischen Chancengleichheit und Chancengerechtigkeit!). Der in der internationalen Wirtschaftsentwicklung, im Prozess der Globalisierung, vorherrschende Vorrang der Kapitalrendite führt zu den schweren Verwerfungen in den Gesellschaften und zwischen den Völkern und ist eine der starken Quellen für die zunehmenden Unruhen in der Welt. Die Alternative dazu ist das Leitbild der Sozialen Marktwirtschaft.

Zu den größten moralischen Defiziten unserer Zeit gehören die mangelnde Zukunftsorientierung und Zukunftsverantwortung gegenüber den nachkommenden Generationen und fehlende Solidarität gegenüber den Menschen in anderen Regionen in dieser Welt, unserem „gemeinsamen Haus“ (Papst Franziskus Laudato Si‘).

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Interview von Gina Ahrend

Uns interessierte, was eine gestandene Frau, eine Persönlichkeit, die in der Öffentlichkeit steht, zum Thema „Der optimierte Mensch“ sagt. Ich habe Veronika von Quast in München getroffen und kam im Gespräch mit der bayerischen Komikerin, Diseuse und Schauspielerin noch auf alle möglichen Themen zu sprechen:

Veronika v. Quast findet, dass zwischen Schönheits- und Jugendwahn und der Freude an einem gepflegten Äußeren Welten liegen. Schon vor drei- bis viertausend Jahren war das Haarefärben mit natürlichen Farbstoffen gebräuchlich. Und das Zieren des eigenen Körpers ist so alt wie die Menschheit. Die Schauspielerin hat bereits vor zwanzig Jahren mit Anfang fünfzig leichte Korrekturen an Augen und Hals machen lassen – und sie steht dazu. Eine Kollegin meinte damals, ob sie nicht in Würde altern könne. Darüber kann sich meine temperamentvolle Gesprächspartnerin heute noch aufregen: „Mich jetzt im achten Lebensjahrzehnt in Konkurrenz zur Jugend zu setzen, das fände ich würdelos, nicht, wenn man kleine Korrekturen machen lässt, um sich gepflegter und wohler zu fühlen. Ich habe das für mich und die mich umgebenden Menschen gemacht, weil mir mein Äußeres wichtig ist. Botox lehne ich allerdings ab als Schauspielerin. Das Spiel lebt von der Mimik, die dann mitunter nicht mehr so gut funktioniert. Und ab einem bestimmten Alter hat man lieber ein paar Kilo zu viel. Ich koche, esse und trinke gerne. Sinnlicher Genuss ist wichtig für mich, kochen und essen gemeinsam mit Freunden.“

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