Im Rahmen der Gesprächsreihe „Diskurse für eine gelassene Lebensführung“ trafen wir uns am 22.02.2017 wieder im Palmengarten des Café Luitpold in München. Zum Thema „Gespannte Gelassenheit“ sprachen Anselm Bilgri und Dr. Nikolaus Birkl dieses Mal mit der vielfach ausgezeichneten Schauspielerin Ulrike Kriener (bekannt als ZDF-Kommissarin Lucas). Gleichzeitig konnte sich, wer mochte, an aufmerksam und achtsam servierten leckeren Speisen und Getränken erfreuen.

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Angst war das Thema unseres letzten Symposions im Café „VON&ZU“ in der Luisenstraße. Ein Wort, das sogar im englischen übernommen wurde, man verwendet dort den Begriff „German Angst“. Gerade in unseren Tagen bedrücken die Menschen viele oft diffuse Ängste: vor der Überfremdung, vor dem Terrorismus, vor wirtschaftlichem Niedergang, vor politischem Rabaukentum und Rechtsruck. Diese Liste lässt sich sicher weiterführen. Wie lässt sich dem begegnen?

Eines ist wahrscheinlich am sichersten: Jede Zukunft ist unsicher. Wir wissen nicht, was in der nächsten Sekunde geschehen wird. Es gibt nur Wahrscheinlichkeiten, die wir aus der Erfahrung mit der Vergangenheit erschließen können. Angst macht uns auch die Tatsache, dass eben immer wieder etwas völlig Unerwartetes geschieht. Da hilft nur, sich mit der Unsicherheit vertraut zu machen. Einfach ausgedrückt: Sich erden im Umgang mit Unsicherheit. Dies benötigt aber eine gehörige Portion Gelassenheit, die sich die meisten Menschen erst mit den Jahren aneignen können.

Anselm Bilgri

Lesen Sie auch Dr. Nikolaus Birkls Kommentar zum Thema Angst.

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Das Symposion im einmalig anderen Veranstaltungsort stand dieses Mal unter dem Titel „Empörung“. Lesen Sie hier den ungekürzten Impuls von Dr. Nikolaus Birkl:

Wulff, VW, Orban, Edathy, Putin, Hoeneß, Schwarzer, Missbrauchs-Skandal, Ecclestone, Erdogan, Pegida, Merkel, Panama-Papers, Scheuer, Seehofer, Trump, Mauern, Zäune, Neuperlach usw. usw.. War für Sie auch etwas dabei? Wenn nicht, schauen Sie einfach in die Zeitung und Sie finden etwas, worüber Sie sich empören können! Weiterlesen …

Lesen Sie im Nachgang zu unserem Salon im Café Luitpold am 08.11.2016 das Interview mit Frau Prof. Johanna Haberer, Professorin für Christliche Publizistik an der Theologischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg:

Leben wir in einer Empörungsgesellschaft?

Ich denke, empört haben sich Menschen immer schon gerne und oft: über die Nachbarn, die Anderen, die Regierung, die Kirche. Durch die Digitalisierung sind allerdings die Instrumente und Reichweite der Empörung Ausdruck zu verleihen ungleich vervielfacht worden. Nicht mehr nur Journalisten enthüllen Skandale, jeder kann heute „veröffentlichen“ oder „leaken“, was Empörungspotential hat. Auf diese Weise sind die Empörungsbewegungen deutlich häufiger geworden, die Empörungsstürme oder auch Shitstorms deutlich kräftiger und die Frage nach dem Wahrheitsgehalt von Behauptungen und Gerüchten deutlich schwerer überprüfbar.

Was genau ist Empörung?

Der Philosoph Peter Sloterdijk spricht von „Erregern“, die in die öffentliche Arena eingeschleust werden und sich dort „viral“ verbreiten. Man kann Empörung gern an verschiedenen medialen Fällen diskutieren: Gina Lisa Lohfink und die „Nein heißt Nein“-Kampagne oder die Wullfs und das Bobby Car,
Herr Brüderle und sein Verhältnis zu Frauen, Markus Lanz und Sarah Wagenknecht…..

Wieso empören sich Menschen so sehr?

Ich denke, das gehört zu unserer menschlichen Grundausstattung, dass wir uns besser fühlen, wenn wir uns über andere empören und uns dabei über den anderen erheben wollen. Insbesondere die Empörung über Mächtige, die wir gern aufs Normalmaß geschrumpft sehen ist ein Motor der Empörung.
Gefährlich wird es allerdings, wenn es keine Qualitätsmaßstäbe mehr gibt für das Verbreiten von Fakten, wie das in Foren und Blogs möglich ist. Die Fakten oder Anschuldigungen, die verbreitet werden, werden nicht von Zweiten nachgeprüft, wie das im Journalismus Standard ist. Also kann man mit Gerüchten Politik machen und das ist gefährlich. Man kann am amerikanischen Wahlkampf – der schon den Begriff des „postfaktischen Zeitalters“ geprägt hat – sehen, wohin man kommt, wenn Meinungen und Gerüchte nachrecherchierte und validierte Fakten ablösen. Auch übrigens die Angstwellen beim Münchner Amoklauf, die durch die sozialen Netzwerke getriggert waren….

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Ich bin noch ganz begeistert und berichte daher gerne von der Tagung „Small is beautiful“ der Evangelischen Akademie Tutzing und der Kolping Akademie Ingolstadt am 01./02.07.2016 in Ingolstadt.

Das interessante und breite Spektrum der Vorträge aus den unterschiedlichsten Bereichen lässt sich schwer in wenige Worte fassen. Die wichtigste Kernaussage für mich war jedoch: Grundlage für Achtsamkeit und Mitgefühl mit uns selbst und der gesamten Schöpfung ist das Erkennen und Zulassen unserer wahren Bedürfnisse, unseres Selbst, unserer Intuition auf der einen Seite und das Erleben der Verbundenheit mit dem, was ist, auf der anderen Seite.

Durch die Veranstaltung führte humorvoll und geistreich Pfarrer Dr. Jochen Wagner, Studienleiter der Evangelischen Akademie Tutzing.

In seinem Vortrag „Energie und Metalle – Ressourcen werden knapp“ wies der Energie- und Rohstoff-Experte Jörg Schindler durch das abzusehende Ende von Kohle, Öl und Erdgas auf den erzwungenen Abschied von der Verschwendung hin.

Der bekannte Münchener Psychologe Dr. Wolfgang Schmidbauer beschrieb in seinem Vortrag „Auswege für das erschöpfte Selbst“ die Ursachen für die Zunahme von Depressionen und Burn-outs in den letzten Jahrzehnten, die häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit. „Das neurotische Liebesbedürfnis“ entsteht, wenn die Autonomie eines Kindes nicht gefördert wurde, d. h. es seine Bedürfnisse und Wünsche nicht entwickeln konnte. Durch die „manische Abwehr“ – nur wenn man alle geforderten Leistungen erbringt, ist man glücklich – erfolgt dann die ausschließliche Orientierung am Erfolg. Bleibt dieser irgendwann aus, kommt es zu einem Gefühl von Wertlosigkeit. Der Ausweg kann daher nur sein, unsere wahren Bedürfnisse zu erkennen. Wir können z. B. lernen, in einer (handwerklichen) Tätigkeit voll in unserem eigenen TUN aufzugehen, um uns wieder selbst als Inhalt zu erleben.

Erst über die Freude eines selbst bestimmten Lebens schaffen wir es, aus unseren Sublimierungsorgien auszusteigen und die begrenzten Ressourcen im Innen und im Außen sinnvoll zu nutzen.

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