Noch wenige freie Plätze im September!

Die Tage des Innehaltens sind das erfolgreichste Veranstaltungsformat der Akademie der Muße. Es gibt noch letzte freie Plätze für das Seminar vom 5. bis 9. September in Schloss Rechtenthal in Südtirol.

Bei den Tagen des Innehaltens geht es um das Wiederentdecken und Sammeln der inneren Kräfte und Ressourcen, die durch unseren Alltag und Stress oft so überdeckt sind, dass wir “nur noch funktionieren”. Durch Innehalten, Spüren und Wahrnehmen wird die Kraft des jeweiligen Augenblicks erschlossen, und es werden Ressourcen freigesetzt, die uns die beruflichen Herausforderungen aus einer inneren Perspektive betrachten lassen.

Die Referenten Anselm Bilgri, Dr. Nikolaus Birkl und Dr. Georg Reider spannen den weiten Bogen von Meditation und Spiritualität über ein benediktinisches Führungsverständnis bis zu systemischem Denken und Führen. Die Teilnehmer erleben Wissensvermittlung, Einübung, Reflexion und regelmäßige Zeiten der Meditation und Stille. Meditationserfahrung ist keine Voraussetzung; das Seminar enthält eine Einführung. Wanderungen sowie Frei- bzw. Feierzeiten dienen der Integration und Entspannung.

Weitere Informationen und Anmeldung unter Tage des Innehaltens

Im Rahmen des Salons Luitpold diskutieren am 13. Juni um 20.00 Uhr Anselm Bilgri und Dr.  Nikolaus Birkl mit dem Philosophen und Wissenschaftstheoretiker Prof. Dr. Klaus Mainzer zum Thema „Künstliche Intelligenz“. Dazu ein Ausschnitt aus dem mit Professor Mainzer geführten Interview.

Weitere Informationen unter www.cafe-luitpold.de/salon-luitpold-kultur-unter-palmen. Um Anmeldungen bitten wir direkt unter info@cafe-luitpold.de.

„Seit meinem Studium, also seit nunmehr einem halben Jahrhundert, stehen Algorithmen im Zentrum meines Interesses. Wie berechenbar ist eine Welt, die immer komplexer wird? Ich habe das Auf- und Ab der KI-Forschung in dieser Zeit miterlebt und beforscht. Vieles, was damals logisch-mathematische Theorie war, ist heute – aufgrund der exponentiell wachsenden Computerpower – Realität. Dazu gehören die neuronalen Netze und Lernalgorithmen nach dem Vorbild des menschlichen Gehirns. Meine ersten Artikel und Bücher schrieb ich darüber Anfang der 1990er Jahre. Damals war alles nur graue Theorie. Heute sind neuronale Netze ein großer Hype. Sie sind aufgrund der hohen Rechenleistung, die wir heute zur Verfügung haben, realisierbar. Am Beispiel der Automobilindustrie und des Deep Learning bei der Bilderkennung ahnen wir ihr Potential für die Zukunft.

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Interview von Gina Ahrend

Was ist Künstliche Intelligenz?

1950 schlug der britische Computerpionier und Mathematiker Alan Turing einen nach ihm benannten Test vor: Ein technisches System (z.B. Computer, Roboter) sei dann intelligent zu nennen, wenn es in seinen Antworten und Reaktionen nicht von einem Menschen zu unterscheiden sei. Nachteil dieser Definition: Der Mensch wird zum Maßstab von Intelligenz gemacht. Aber Tiere und Computerprogramme sind uns auf bestimmten Feldern durchaus überlegen. Daher lautet meine Definition: Ein System heißt intelligent, wenn es möglichst effizient und selbstständig schwierige Probleme lösen kann. Es gibt also nicht nur „die“ Intelligenz von uns Menschen, sondern Grade von Intelligenz von beliebigen Systemen, die von mess- und beobachtbaren Kriterien wie der Effizienz des Problemlösungsverfahrens, Autonomie des Problemlösers und Schwierigkeit des Problems abhängen. Diese Kriterien können nach Bedarf erweitert werden.

KI (Künstliche Intelligenz)-Forschung will daher heute nicht die menschliche Intelligenz ersetzen, sondern mit hocheffizienten Computerprogrammen unterstützen. Ein Beispiel ist das sogenannte Maschine Learning (ML). Basis dessen sind Lernalgorithmen, die synaptische Verknüpfungen von Nervenzellen im Gehirn simulieren. Solche Verschaltungsmuster sind beispielsweise mit der Bildwahrnehmung verbunden. Mit Lernalgorithmen konnte AlphaGo von Google die Champions in dem Brettspiel Go schlagen.

Aber es gibt auch Algorithmen, die besser als Menschen sind, ohne sie zu simulieren. Beispiel: Poker. Bei Poker haben die Spieler (im Unterschied zu Schach und Go) keinen vollständigen Überblick über die Spielstellungen (z.B. Karten der Gegner). Menschliche Spieler verstellen sich daher und gaukeln Sicherheit mit einem Pokerface vor. Menschen setzen also Emotionen ein, um mangelndes Wissen zu kompensieren. Die Algorithmen imitieren aber nicht menschliche Gefühle und Intuition, sondern lösen das Problem mit Hilfe von mathematischer Spieltheorie, Statistik und großer Rechenleistung: Millionenfach spielt ein Algorithmus gegen sich selber und minimiert seine Fehlentscheidungen, was in diesem Umfang unsere langsamen Gehirne nicht schaffen würden. Speicher- und Rechenzeit lassen sich reduzieren, wenn bestimmte Strategien aufgrund mathematisch bewiesener Erfolglosigkeit von vornherein ausgeschlossen werden können.

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Von Anselm Bilgri

Ein Gespenst geht um in der Welt – das Gespenst der Digitalisierung. Überall wird davon gesprochen und geschrieben, in der Politik, in der Wirtschaft, sogar in den Feuilletons der Zeitungen. Verschiedene Begriffe sind dafür im Umlauf: Industrie 4.0, Digitalisierung, smart factory, Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz – je nach Sichtweise und Herkunft der Menschen, die den jeweiligen Begriff gebrauchen. Dabei ist allen gemeinsam, dass die Bezeichnungen ambivalente Gefühle hervorrufen. Auf der einen Seite eine Aufbruchstimmung für die neue Zukunft in der Welt des Wirtschaftens, auf der anderen eine gewisse Unsicherheit und Angst vor dem, was da auf uns zukommt. Wieviel Änderung wird die Digitalisierung hervorrufen? Änderung des häuslichen und privaten Umfeldes, Änderung im Bereich der Gesellschaft, am ehesten wird man es spüren bei Veränderungsprozessen am Arbeitsplatz, in der Ökonomie.

„Die mit der Digitalisierung einhergehenden Veränderungen machen deshalb auch eine neue Art von Führung nötig.“ schreibt Bärbel Brockmann in der Süddeutschen Zeitung. Es scheint so zu sein, dass das lange gültige Prinzip von Befehlen und Überprüfen ebenso wenig funktioniert wie das Beharren auf einem vermeintlich stabilen Geschäftsmodell. Künftig braucht es mehr Kreativität, mehr Mitdenken, oder man verschwindet aus dem Markt. Die neue Arbeitswelt ist von Volatilität, Unsicherheit und Komplexität geprägt. Führung muss deshalb heute anders gedacht werden. Die neue Art zu führen nennt sich digital leadership.

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Ein Rückblick auf erhaltene Fragen und Meinungen…

Von Dr. Nikolaus Birkl

…. und es war kein Fehler!
„Das war ein Fehler! Das ist ein Satz, den ich hoffentlich nicht sage, wenn ich in einiger Zeit diesen Impuls lese.“ So begann mein Impuls „Fehler machen“ im Newsletter vom Dezember 2017. Ich wurde auf diesen Impuls vielmals angesprochen und habe auch Zuschriften erhalten, – zustimmende und ablehnende. So will ich hier nochmals Stellung nehmen:

Es ist offenbar für einige Menschen schwer vorstellbar, eine Entwicklung, die völlig anders verläuft als vermutet, nicht auf einen Fehler zurückzuführen und diesen Fehler nicht einem früheren Entscheider – auch sich selbst – zuzuschreiben. Schließlich muss ja jemand schuld sein oder – vornehmer ausgedrückt – Verantwortung übernehmen!

Doch es bleibt aus meiner Sicht nichts anderes übrig, als sich von diesem Fehlerbegriff zu lösen, wenn man verwirklicht, dass es keine rational richtige oder falsche Entscheidung gibt, weil

  • die Zukunft per se nicht vorhersehbar ist
  • Wissen nur aus der Vergangenheit vorliegt
  • sich daraus allenfalls Wahrscheinlichkeiten ablesen lassen
  • dem Entscheider unbekannt ist, was gleichzeitig andernorts so entschieden wird, dass es Einfluss auf den weiteren Verlauf der Dinge nach der eigenen Entscheidung haben wird
  • welche weiteren Handlungsalternativen schon unbewusst nicht in Erwägung gezogen wurden.

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